Marcell Vollmer ist seit 2019 Chief Innovation Officer bei Celonis, Hersteller von Process Mining-Software. Zuvor entwickelte er als Chief Digital Officer bei SAP Ariba Strategien, um die weltweiten Beschaffungs- und Lieferkettenprozesse großer Unternehmen zu vereinfachen. Marcell Vollmer ist Key Contributor der #21digital für das Themenfeld Business.

Sie sind Chief Innovation Officer bei Celonis. Warum ist Innovation bei Celonis Chefsache und was sind Ihre Kernaufgaben?

Der Begriff Innovation steht für Erneuerung – genau das ist entscheidend für die zukünftigen Produkte und Dienstleistungen, die Unternehmen erfolgreich machen: gute Beispiele sind das iPhone von Apple oder der Taxiservice von Uber.
Joseph Schumpeter hat Innovationen als gezielten Veränderungsprozess hin zu etwas „Neuem“ definiert, das ist Teil des Erfolgs von Unternehmen wie Celonis, die Process Analytics als Process Mining auf eine ganz neue Ebene zur Optimierung von Geschäftsprozessen gehoben haben – mit mittlerweile über 700 Kunden. Das Neue sind neben den weitreichenden analytischen Möglichkeiten, die Visualisierung von Prozessen, die im Enterprise Resource Planning (ERP) stattfinden, Optionen zur Optimierung mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz vorzuschlagen und das Ergebnis fortlaufend zu monitoren.
Meine Aufgabe ist es, Celonis ganzheitlich durch meine Erfahrungen zu unterstützen. Dazu gehören unter anderem Innovationen von Kunden zu verstehen und skalierbar zu machen oder neue Kunden mittels der Innovation von Process Mining zu gewinnen. Aber auch Anforderung von Kunden für Innovationen aufzunehmen, wie Process Mining noch effektiver und effizienter bei der Digitalen Transformation im Unternehmen unterstützen kann. Ziel eines jeden Unternehmens bei Prozessverbesserungen ist es, sich auf das Ergebnis, den Mehrwert für die internen und externen Kunden zu fokussieren. Genau dafür ist Celonis Process Mining (Intelligent Business Cloud) das richtige Produkt für Unternehmen.

„Disrupt and Sustain – Strategies and Technologies in Times of Digital Darwinism“ lautet das Thema der #21digital. Setzen Sie bei eher auf Sustaining oder auf Disruptive Technologies? Was sind Ihre Gründe?

Celonis ist als Gewinner des Deutschen Zukunftspreises des Bundespräsidenten sicherlich ein gutes Beispiel für Disruption. Allerdings sind Strategien, aber auch Produkte nur dann erfolgreich, wenn sie nachhaltig im Markt positioniert und immer weiter verbessert werden. Das iPhone ist hierfür sicherlich ein gutes Beispiel oder der Erfolg von Amazon, die beide immer wieder Produkte entwickeln und erfolgreich im Markt platzieren, wie man mit Airpods oder iPad, oder auch mit Amazon Web Services sehen kann.

Welche Technologien setzen Sie ein, und welchen Impact haben sie auf Ihr Geschäftsmodell? 

Wir setzen eine Vielzahl von Technologien ein. Die wichtigsten sind sicherlich die Cloud, maschinelles Lernen, künstliche Intelligenz und Big Data Analytics.

Welche Voraussetzungen brauchen Unternehmen für technische Innovation?

In erster Linie müssen Unternehmen eine Kultur des stetigen Lernens entwickeln. Das wird zum Beispiel durch neue Methoden wie Design Thinking, veränderte Bürolandschaften mit verbesserten Möglichkeiten des Zusammenarbeitens erreicht. 
Wichtig ist es, auf die Kunden zu hören. Der Kunde weiß meistens am besten, was er braucht, was ihn unterstützt oder was weniger wichtig ist.
Mindestens genauso wichtig ist eine Fehlerkultur – Dinge schnell zu verproben und dann bei Erfolg weiterzuverfolgen oder zu stoppen, wenn der Erfolg ausbleibt.

Wie gewährleisten Sie Innovation in Ihrem Unternehmen, und wie bringen Sie diese Ihren Mitarbeitern nahe?

Jeder bei Celonis kann durch eigene Ideen, Erfahrungen mit den Kunden oder Partnern einbringen und sich mit der Entwicklung, dem Solutions Engineering oder dem Produktmanagement austauschen. 
Ich stehe selbstverständlich immer zum Austausch intern wie extern, zur Verfügung.

Welche Faktoren/Eigenschaften/Fähigkeiten sichern Ihrer Meinung nach einem Unternehmen dauerhaften Erfolg?

Die Kunden und erfolgreiche Produkte, die Probleme lösen und das Leben verbessern.

Was denken Sie: Sind es heute und in Zukunft immer Technologien, die zu Disruption führen können?

Nein, auch gesellschaftliche Veränderungen, Politik oder Umweltereignisse können und haben in der Geschichte zur Disruption geführt. Das kann auch in der Zukunft wieder der Fall sein.

Herzlichen Dank, Marcell Vollmer.